Das Jahrzehnt der nachhaltigen Energie

Das vergangene Jahrzehnt war das weltweit wärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Das zeigt eindringlich, wie wichtig das Ziel des Pariser Klimaschutzabkommens ist, die Erderhitzung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen. Besonders die Energielandschaft muss sich dazu ändern und ihre CO2-Emissionen reduzieren – und tut es mit zunehmender Geschwindigkeit: Im Jahr 2020 floss mehr Geld in erneuerbare Energien, Elektromobilität oder Energiespeicher als jemals zuvor. Über 500 Milliarden US-Dollar wurden laut Bloomberg New Energy Finance weltweit in die Dekarbonisierung investiert.

Rund um den Globus wuchsen im vergangenen Jahr laut IRENA, der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien, die Kapazitäten aus nachhaltigen, regenerativen Energien um mehr als 260 Gigawatt. Mehr als 80 Prozent der im letzten Jahr neu hinzugekommenen Stromkapazität stammte aus erneuerbaren Energien, wobei 91 Prozent davon auf Solar- und Windenergie entfielen.

Eine Schlüsseltechnologie dieses Wandels sind Halbleiter: In Photovoltaikzellen erzeugen sie Strom aus Licht, in Umrichtern wandeln sie Energie so um, dass sie mit minimalem Verlust in das Stromnetz übertragen werden kann. Halbleiter machen Antriebe effizienter, überwachen in Sensoren die verschiedensten in die Energiekette eingebundenen Systeme und vernetzen über das Internet der Dinge nachhaltige Energieerzeugung und Verbraucher so miteinander, dass Angebot und Nachfrage optimal angepasst werden.

In der Leistungselektronik spielen Halbleiter eine zentrale Rolle dabei, Energie effizienter zu wandeln, zu übertragen und zu nutzen. Laut den Marktanalysten von Yole Développement umfasst der globale Markt für Leistungselektronik rund 17,5 Milliarden US-Dollar – mit einer Wachstumsrate von 4,3 Prozent zwischen 2019 und 2025. Der größte Anteil des Marktes für Leistungsbauelemente entfällt heute auf Silizium-MOSFET-Bauelemente, die 45 Prozent des Gesamtwerts ausmachen. Das andere Hauptsegment in der Leistungselektronik sind IGBT-Module. In 2019 umfasste es ein Marktvolumen von 3,7 Milliarden US-Dollar.

Eine immer wichtigere Rolle spielen zudem Energiesparchips aus neuen Materialien wie Galliumnitrid (GaN) oder Siliziumcarbid (SiC), die bis zu 90 Prozent der Energieverluste bei der Leistungsumwandlung vermeiden können. Laut Market Study Report wird der weltweite Markt für SiC- und GaN-Leistungsbauelemente von rund 570 Millionen Euro in 2019 bis zum Jahr 2025 auf über 1,8 Milliarden US-Dollar wachsen.

Mit derartigen neuen Technologien und weltweit steigenden Investitionen könnten die kommenden Jahre zur Dekade der nachhaltigen Energien werden. Das erfordert aber auch weiterhin enorme Investitionen – und bietet gewaltige Chancen für Start-ups und etablierte Unternehmen, die sich mit der effizienten, nachhaltigen Erzeugung, Verteilung oder Nutzung von Energie beschäftigen. Die neue Ausgabe von The Quintessence zeigt, wie vielfältig die Systeme und Technologien dafür sind. Wir als EBV unterstützen unsere Kunden mit innovativen Produkten und anwendungsspezifischem Know-how dabei, ihre Ideen in Lösungen für eine nachhaltigere Zukunft zu verwandeln.

Dennoch sollte nicht vergessen werden: Der Anteil der erneuerbaren Energien an der weltweiten Primärenergie-Versorgung liegt gerade bei etwas über 13 Prozent. Wir alle dürfen also nicht nachlassen. Denn die Pariser Klimaziele sind mehr als nur politische Ziele: Sie sollen ernsthaften Schaden für die Menschheit abwenden.

Thomas Staudinger
Präsident EBV Elektronik

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