Was ist Nearfield Communication?

Wearables werden zunehmend Teil des alltäglichen Lebens. Mit Wireless-Technologien können sie nicht nur Daten zur Fitness und Gesundheit übertragen, sondern lassen sich sogar als elektro­nisches Portemonnaie einsetzen.

NFC Definition

Nearfield Communication/ NFC Definition
Die Nearfield Communication, kurz NFC, ist ein Ableger der Radiofrequenz-Identifikation (RFID). Sie wurde für den Einsatz von Geräten in unmittelbarer Nähe zueinander konzipiert. Geräte mit NFC können aktiv oder passiv sein. Ein passives Gerät, z. B. ein NFC-Tag, enthält Informationen, die andere Geräte abrufen können, kann aber selbst keine Informationen lesen. Aktive Geräte können Informationen lesen und senden. Ein aktives NFC-Gerät, wie ein Smartphone, kann nicht nur Informationen von NFC-Tags sammeln, sondern auch Informationen mit anderen kompatiblen Telefonen oder Geräten austauschen. Wenn es dazu berechtigt ist, kann es sogar die Informationen auf dem NFC-Tag ändern. NFC wurde gezielt auf eine geringe Reichweite im Zentimeterbereich entwickelt, um das Ausspähen der übertragenen Daten zu erschweren. Durch die extrem kurze Distanz sind unbeabsichtigte Verbindungen nahezu ausgeschlossen. Um die Sicherheit zusätzlich zu steigern, kann NFC einen sicheren Kanal aufbauen und Verschlüsselungen verwenden.

Mehr als 310 Millionen sogenannter Wearables wurden laut den Marktanalysten von Gartner in 2017 verkauft. Wearables – das sind kleine elektronische Geräte, die auf, an oder sogar im Körper getragen werden.

Oft in Form kleiner Accessoires, wie Armbänder, Broschen oder Uhren, bieten sie keine Möglichkeit, ein Display oder eine Tastatur zu integrieren und haben meist nur geringe Rechen- und Speicherkapazitäten. Ohne Wireless-Technologien wären sie daher nicht denkbar.

Die größten Verkaufszahlen erreichen dabei Bluetooth-Kopfhörer – alleine von ihnen sind rund 150 Millionen Stück in 2017 verkauft worden.

Die Zahlen werden auch in den nächsten Jahren weiter steigen. Angela McIntyre, Forschungsleiterin bei Gartner, nennt den Grund dafür:

Wir gehen davon aus, dass bis 2021 fast alle Premium-Mobiltelefone keinen 3,5-Millimeter-Kopfhörer-anschluss mehr haben.

Bezahlen mit dem Wearable dank NFC

Die meisten verbinden allerdings wohl eher Fitnesstracker mit dem Begriff Wearables: Von diesen smarten Armbändern sind immerhin rund 44 Millionen Stück in 2017 verkauft worden.

Doch der Markt schwächelt. Das kann an dem zunehmenden Funktionsumfang der Smartwatches liegen, die einen zusätzlichen Fitnesstracker unnötig machen.

Das hat auch Fitbit erkannt, einer der führenden Anbieter dieser smarten Armbänder, und hat mit der Fitbit Versa eine eigene Smartwatch herausgebracht. Sie verfügt über erweiterte Gesundheits- und Fitnessfunktionen und kann zusätzlich auch Musik per Bluetooth an einen Kopfhörer übertragen.

Sogar kontaktloses Zahlen ist mit der Uhr möglich. Sie verfügt dazu über einen integrierten NFC-Chip. NFC hat sich als Technologie für das kontaktlose Bezahlen weitgehend durchgesetzt.

An entsprechend ausgerüsteten Kassenterminals müssen Nutzer ihr mit einem NFC-Chip ausgerüstetes Gerät nur kurz vor ein Lesegerät halten, um eine Rechnung zu begleichen.

Um den Service nutzen zu können, muss man sich eine entsprechende Wallet-App herunterladen, in der eine Zahlungsart (Kredit- oder Debitkarte) hinterlegt wird.

Wenn das Shirt mit dem Smartphone redet

Doch allgemein bewegt sich der Wearable-Markt weg von Armbändern und Smartwatches, das zumindest sagt eine Studie von Juniper Research.

Laut ihr ist der am schnellsten wachsende Sektor im Bereich der Wearables die smarte Kleidung: Juniper geht davon aus, dass dank der Entwicklung von leitfähigem Gewebe und intelligenter Sportbekleidung von Unternehmen wie Sensoria, Lumo und Under Armour im Jahr 2022 fast 30 Millionen smarter Kleidungsstücke verkauft werden – in 2020 sollen es dagegen erst 7 Millionen sein.

Ein Beispiel für so eine vernetzte Kleidung ist iimo von Teiimo. Der Hersteller hat die Elektronik so in die Textilie integriert, dass Sportlerinnen und Sportler davon nichts spüren. Das System erfasst die Herzfrequenz- und Bewegungsdaten, speichert und analysiert sie.

Beispielsweise erkennt iinMotion, ob der Körper beim Lauf in Balance ist oder ob ein Bein mehr belastet wird als das andere.

Die Daten werden drahtlos live zum Beispiel auf ein Mobiltelefon oder eine Smartwatch übermittelt. In einem Onlineportal erfolgt dann eine detaillierte Analyse der Trainingsdaten.

Spielerisch Stress reduzieren

Doch nicht nur beim Training helfen Wearables, auch im Bereich der Gesundheit werden Wearables immer wichtiger.

„Der Einsatz im Gesundheitswesen ist seit langem das Ziel vieler Wearables-Hersteller“, so James Moar von Juniper Research. „Es ist jedoch noch mehr Forschung zum Actitvity-Tracking erforderlich, um typische Wearables-Daten klinisch aussagekräftig zu machen.“

Dennoch gibt es heute schon verschiedene gesundheitsorientierte Anwendungen. So richtet sich zum Beispiel der SimyBall an alle Menschen, die Stress abbauen und ihr mentales Training etwas spielerischer gestalten wollen. Im Prinzip handelt es sich bei dem Ball vom Hersteller SimyLife um eine Spielkonsole.

Sie wird über Bluetooth LE zum Beispiel mit dem Tablet vernetzt, auf dem über den Ball verschiedene Spiele gesteuert werden können, mit denen der Nutzer unter anderem Entspannungs- und Atemtechniken trainieren kann.

Smartphone-kompatibler Herzmonitor

Doch Wearables werden nicht nur an oder auf dem Körper getragen, sondern auch innerhalb. Wireless-Technologien ermöglichen dabei die Kommunikation mit dem Implantat, ohne dass dazu eine Kommunikationsschnittstelle durch die Haut geführt werden muss.

So sind die kleinen implantierbaren Herzmonitore Confirm Rx der Firma Abbott bereits seit einigen Jahren im klinischen Einsatz.

Neu ist allerdings, dass die von den Überwachungsgeräten erfassten Daten zum Herzrhythmus per Bluetooth Low Energy an das Smartphone des Patienten übertragen werden können.

Über eine interaktive App auf dem Handy können Patienten die EKG-Aufzeichnungen des Herzmonitors weiterleiten und zugleich mit ihrem Arzt kommunizieren.

Die neue Herzmonitorgeneration erlaubt es dem Patienten nicht nur, seine Symptome am eigenen Smartphone zu erfassen und bestimmte Ereignisse genauer zu beschreiben. Sie wird dank automatischer Mitteilungsfunktion auch Zeit und Kosten sparen.

„Wenn wir die Ursachen für ungeklärte Herz- oder Schlaganfallereignisse herausfinden wollen, sind wir auf die Unterstützung unserer Patienten angewiesen“, erläutert Dr. Georg Nölker.

Er ist Leiter des Katheterlabors für Elektrophysiologie am Herz- und Diabeteszentrum NRW in Bad Oeynhausen, wo erstmals Patienten mit dem vernetzten Herzmonitor versorgt wurden.

„Smartphones sind jederzeit verfügbar und leicht zu bedienen. Wir erhoffen uns dadurch mehr und genauere Angaben über seltene und für einen begrenzten Zeitraum auftretende Ereignisse, um den Patienten zukünftig durch rasche Diagnose und Therapie zu helfen.“

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