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	<title>Online-Magazin | Future Markets Magazine</title>
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	<lastBuildDate>Thu, 21 Jul 2022 10:10:42 +0000</lastBuildDate>
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	<title>Online-Magazin | Future Markets Magazine</title>
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		<title>Lieferketten müssen vom  Endkunden her gedacht werden</title>
		<link>https://future-markets-magazine.com/de/home/lieferketten-muessen-vom-endkunden-her-gedacht-werden/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[The Quintessence]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 21 Jul 2022 08:43:01 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Home]]></category>
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		<category><![CDATA[Think Tank ­Stiftung Neue ­Verantwortung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Interview mit Jan-Peter ­Kleinhans vom Think Tank ­Stiftung Neue ­Verantwortung Jan-Peter Kleinhans leitet seit 2020&#8230;</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><strong>Interview mit Jan-Peter &shy;Kleinhans vom Think Tank &shy;Stiftung Neue &shy;Verantwortung</strong></p>
<p class="p1">Jan-Peter Kleinhans leitet seit 2020 den Themenbereich Technologie und Geopolitik bei der Stiftung Neue Verantwortung, einem &uuml;berparteilichen, unabh&auml;ngigen und gemeinn&uuml;tzigen Think Tank in Berlin. Sein Fokus liegt dabei auf der Analyse von Halbleitern als strategisches Gut, wie resilient die globale Halbleiter-Wertsch&ouml;pfungskette gegen&uuml;ber externen Schocks ist und wie die Wettbewerbsf&auml;higkeit Europas gest&auml;rkt werden kann.<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></p>
<p class="p1"><strong><span class="s1">Herr Kleinhans, ist es gerechtfertigt zu sagen, dass Halbleiter inzwischen die &shy;Bedeutung f&uuml;r die Volkswirtschaften &shy;haben, die bisher Erd&ouml;l hatte?</span></strong></p>
<p class="p2"><b>Jan-Peter Kleinhans:</b> Wir haben sogar eine viel gr&ouml;&szlig;ere Relevanz. Gleichzeitig ist das Thema Halbleiter viel komplexer als ein Rohstoff. Allerdings zeigen diese Vergleiche, wie sehr unser politisches Denken noch im 19. Jahrhundert verwurzelt ist, wo man geopolitische Macht &uuml;ber Rohstoffe ausge&uuml;bt hat. Der Unterschied ist jedoch, dass man &shy;Erd&ouml;l hat oder nicht. Aber Halbleiter sind menschengemachte Technologie mit einer Wertsch&ouml;pfungskette, die vollst&auml;ndig in privater Hand und global organisiert ist. Regierungen spielen da eigentlich gar keine Rolle. Daher k&ouml;nnen sie eigentlich auch nur Anreize geben, damit heimische Halbleiterunternehmen wettbewerbsf&auml;higer werden oder eine st&auml;rkere Position in der Lieferkette haben. Aber sie k&ouml;nnen an den Machtverh&auml;ltnissen selbst nur sehr wenig &auml;ndern.<span class="s2"><span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></span></p>
<p class="p1"><strong><span class="s1">Muss die Politik also mehr in die Wertsch&ouml;pfungsketten eingreifen?</span></strong></p>
<p class="p2"><b>J.-P.&thinsp;K.:</b> Fundamental nein! Unter keinen Umst&auml;nden &shy;sollten Halbleiter unter staatlicher Hand produziert werden, das w&auml;re sicherlich verschwendetes Geld. Selbst ein Eingriff der Regierungen in die Wertsch&ouml;pfungsketten ist eine Logik, unter der Europa bisher nicht operiert hat.<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></p>
<p class="p2">Zun&auml;chst einmal sollten die Regierungen in Europa und auf der Welt die Halbleiter-Lieferketten besser &shy;verstehen, denn bei den durchschnittlichen politischen Entscheidungstr&auml;gern und -tr&auml;gerinnen ist das Wissen &uuml;ber die &shy;Komplexit&auml;t, die gegenseitigen Abh&auml;ngigkeiten, &uuml;ber die Gesch&auml;ftsbeziehungen und die Marktdynamiken sehr &uuml;berschaubar. Es wird nicht verstanden, dass es die eine Chip-Knappheit nicht gibt, sondern dass es verschiedene Knappheiten an unterschiedlichen Punkten der Lieferkette aus unterschiedlichsten Gr&uuml;nden gibt. Sie alle &shy;br&auml;uchten <span class="s2">wiederum unterschiedlichste Regulierungskonzepte. &shy;Zumal</span> bei vielen &shy;dieser Knappheiten Regierungen sowieso nichts tun &shy;k&ouml;nnen, um sie abzumildern. Denn am Ende des &shy;Tages sprechen wir &uuml;ber privatwirtschaftliche Gesch&auml;fts&shy;beziehungen, bei denen von au&szlig;en &ndash; wenn &uuml;berhaupt &ndash; nur Anreize gesetzt werden k&ouml;nnen. Derzeit sind viele der &shy;Konzepte noch nicht mal halbgar, sondern wurden einfach aus anderen &Ouml;kosystemen, wie zum Beispiel der Impfstoffproduktion, auf die Halbleiter-Lieferkette &uuml;bertragen. Das kann aber hier fundamental nicht funktionieren.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="p1"><span class="s1"><i>&bdquo;Der Fokus sollte nicht &shy;darauf gerichtet sein, die n&auml;chste Knappheit abzuwenden, sondern man sollte sich auf die n&auml;chste Knappheit vorbereiten.&ldquo;<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></i></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="p1"><strong><span class="s1">Was kann denn die Politik machen, um die Lieferketten stabiler zu gestalten?</span></strong></p>
<p class="p2"><b>J.-P.&thinsp;K.:</b> Zum einen sollte man sich geografisch diversifizieren. Die modernste Chip-Fertigung findet derzeit zu 90&nbsp;Prozent in Taiwan statt und zu 10 Prozent in &shy;S&uuml;dkorea. Es ist geopolitisch nicht nachhaltig und auch sicherlich nicht &shy;resilient, die Weltfertigung auf zwei Regionen zu &shy;fokussieren. Insofern ist die Diversifizierung von Fertigung auch &uuml;ber Subventionen ein nachvollziehbarer Schritt, &shy;damit &shy;man in zehn Jahren zwar nicht unabh&auml;ngig von Asien ist, aber zumindest ein gewisser Prozentsatz auch in den USA oder in Europa stattfindet.<span class="s2"><span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></span></p>
<p class="p1"><strong><span class="s1">Jetzt ist ja die Struktur, die wir heute haben, nicht umsonst entstanden. Kann man so was durch Subventionen &uuml;berhaupt auffangen?</span></strong></p>
<p class="p2"><b>J.-P.&thinsp;K.:</b> Subventionen beschleunigen nicht eine technologische Aufholjagd. Ich denke, dass man das in Europa und den USA auch erkannt hat. Man ist sich durchaus bewusst, dass man modernste Fertigung &ndash; also derzeit f&uuml;nf &shy;Nanometer, zuk&uuml;nftig dann vier oder zwei Nanometer &ndash; nur mit internationalen Partnern hinbekommen wird. Das hei&szlig;t, dass Intel oder TSMC hier in Europa die Fertigung ansiedeln. Allerdings fokussiert sich der politische Diskurs sehr stark auf diesen einen Produktionsschritt und auf eine bestimmte Fertigungsart, n&auml;mlich Cutting-Edge-Fabs. Aber die Wertsch&ouml;pfungskette ist nat&uuml;rlich deutlich tiefer <span class="s2">und komplexer. Und es gibt darin Bereiche, in denen Europa</span> schon sehr starke Positionen innehat. Es spricht aber auch nichts dagegen, dass in den n&auml;chsten zehn Jahren europ&auml;ische Unternehmen zum Beispiel beim Chip-&shy;Design aufholen und eine st&auml;rkere Marktposition einnehmen &shy;k&ouml;nnen.<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></p>
<p class="p2">Die Frage bei dem Ganzen ist &ndash; wo liegt der Schwerpunkt? Will ich mehr Marktanteil f&uuml;r europ&auml;ische Unternehmen, will ich Technologief&uuml;hrerschaft oder Versorgungssicherheit? Aber was bringt ein h&ouml;herer Marktanteil f&uuml;r die &shy;Versorgungssicherheit? Das hat doch miteinander nichts zu tun. US-amerikanische Unternehmen waren doch auch von der Chip-Knappheit massiv betroffen, obwohl sie &uuml;ber 50 Prozent der Halbleiterindustrie ausmachen. Mal ein &shy;Beispiel: Wenn ich hunderte Chips in einem modernen Auto brauche, dann reicht es, wenn eine Handvoll dieser Chips nicht lieferbar sind &ndash; schon kann ich das Auto nicht herstellen. Was bringt es also, wenn 20 Prozent dieser Chips in Europa gefertigt werden, die anderen 80 Prozent aber immer noch fehlen? Marktanteil und Versorgungs&shy;sicherheit haben nichts miteinander zu tun, werden politisch aber vermischt.<span class="s2"><span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></span></p>
<p class="p1"><strong><span class="s1">Was halten Sie also vom EU-Chips-Act?</span></strong></p>
<p class="p2"><span class="s2"><b>J.-P.&thinsp;K.:</b> Der EU-Chips-Act ist die geopolitische Antwort, die kommen musste. Er ist aber auch mit hei&szlig;er Nadel gestrickt. Grunds&auml;tzlich teilt er sich in drei S&auml;ulen auf: &shy;Forschungsf&ouml;rderung, Investitionen und Subventionen in die Fertigung sowie Krisenmanagement und Monitoring.&nbsp;<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></span></p>
<p class="p1"><span class="s1">Die </span>Forschungsf&ouml;rderung ist viel Standardwerk, wie es sich f&uuml;r Europa geh&ouml;rt. Das ist nicht verkehrt, aber Europa ist in der Forschung schon stark und wir haben bereits f&uuml;hrende Halbleiter-Forschungs&shy;organisationen, wie imec in Belgien, &shy;Fraunhofer in Deutschland oder CEA-Leti in Frankreich. Bei der zweiten S&auml;ule, der Subventionierung von Fertigung, hat sich der Fokus inzwischen ein bisschen erweitert. Man hat verstanden, dass es nicht nur um Zwei-Nanometer-Fabs geht, sondern dass auch andere Produktionsarten innovativ und sinnvoll sein k&ouml;nnen. Zum &shy;Beispiel rund um neue Materialien wie &shy;Siliziumkarbid oder Galliumnitrid. Aber auch speziell bei diesen Materialien sind europ&auml;ische Unternehmen schon stark. In der dritten S&auml;ule sind gerade beim Thema Krisenmanagement viele Mechanismen drin, die so garantiert nicht funktionieren werden. Zum Beispiel, dass Europa eine gemeinsame Kaufkraft wie bei der Impfstoffbeschaffung nutzt oder in Zeiten von Chip-Knappheiten priorisiert Bestellungen aussprechen kann &ndash; das funktioniert nicht bei &shy;einem diversen Produkt wie Halbleitern.<span class="s1"><span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></span></p>
<p class="p2"><strong><span class="s2">Sie haben in einem Deutschlandfunk-&shy;Interview gesagt, man solle sich lieber auf das Design der Chips konzentrieren. Aber wie tr&auml;gt das zu einer resilienten Lieferkette bei?</span></strong></p>
<p class="p1"><span class="s1"><b>J.-P.&thinsp;K.:</b> &Uuml;berhaupt nicht. Das meinte ich genau vorhin: Ich habe v&ouml;llig unterschiedliche politische Ziele. Wenn es mir um Versorgungssicherheit geht, dann brauche ich nicht meinen Marktanteil erh&ouml;hen, sondern muss zusehen, dass ich zum einen &uuml;ber internationale Partnerschaften, zum anderen &uuml;ber mehr Fertigung im eigenen Land meine Versorgungssicherheit verbessere. Aber da ist es egal, welche Rolle die Halbleiterunternehmen am Weltmarkt spielen.<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></span></p>
<p class="p1">Wenn es mir aber um diese im EU Chips Act proklamierten 20 Prozent Weltmarktanteil geht, dann muss ich auf &shy;Produktionsschritte setzen, die einen hohen Wertsch&ouml;pfungsanteil haben, und in neue europ&auml;ische Halbleiterunternehmen investieren. Den h&ouml;chsten Wertsch&ouml;pfungsanteil von allen Prozessschritten hat aber das Chip-Design. Ungef&auml;hr 50 Prozent des Wertsch&ouml;pfungsanteils liegt im Chip-Design, ungef&auml;hr 20, 25 Prozent im Front-End-Manufacturing und dann noch ungef&auml;hr 5 bis 10 Prozent im <a href="https://future-markets-magazine.com/de/encyclopedia/back-end/" target="_blank" title="Das Back-End ist der Teil einer Client-Server-Architektur oder eines Computersystems, der teilnehmerfern liegt. In einer&hellip;" class="encyclopedia">Back-End</a>-Manufacturing.<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></p>
<p class="p1">Wenn es um Marktanteil, um Wett&shy;bewerbsf&auml;higkeit und darum geht, wieder in Europa Technologie mitzugestalten, dann stellt sich eben nicht die Frage der Versorgungssicherheit. Dann brauch ich erstmal Unternehmen, die diese Chips entwickeln. Und dann ist es egal, ob der in Europa entwickelte KI-Beschleuniger in Taiwan oder in S&uuml;dkorea gefertigt wird, weil er in Europa entwickelt wurde. Und somit der Gro&szlig;teil der Wertsch&ouml;pfung bei dem europ&auml;ischen Unternehmen bleibt. Genau das, die Unterscheidung zwischen Versorgungssicherheit und technologischer Wettbewerbsf&auml;higkeit, ist aber politisch als Ziel verschwommen.<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></p>
<p class="p2"><strong>Ist der EU-Chip-Act also viel zu komplex f&uuml;r das, was man will?</strong></p>
<p class="p1"><span class="s1"><b>J.-P.&thinsp;K.:</b> Ich w&uuml;rde nicht sagen, dass er zu komplex ist. Aber es gibt keine Klarheit &uuml;ber das Ziel. Das f&auml;ngt schon im Kleinen an: Manchmal wird &uuml;ber 20 Prozent Fertigungsanteile, also Wafer-Capacity, gesprochen und manchmal &uuml;ber 20 Prozent Marktanteil. Es sind aber zwei v&ouml;llig unterschiedliche Paar Schuhe. Als Beispiel: Die USA haben ungef&auml;hr 50 Prozent Marktanteil, aber nur 12 Prozent Fertigungsanteil. Taiwan ist genau das Gegenteil. Taiwanesische Unternehmen halten ungef&auml;hr sieben Prozent des Halbleitermarktes global, aber ungef&auml;hr 22 Prozent der Fertigungskapazit&auml;t.<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></span></p>
<p class="p1"><span class="s1">Die zweite Falle ist das Thema Versorgungssicherheit. Auch wenn zus&auml;tzliche Fertigungs-Kapazit&auml;ten in Europa aufgebaut werden, dann wird auch in diesen Fabs weiterhin transnational operiert. Das hei&szlig;t, auch die zuk&uuml;nftige Fab in Dresden oder Magdeburg wird auf japanische &shy;Chemie, US-amerikanisches Equipment und Wafer aus Taiwan &shy;angewiesen sein. Also w&auml;re auch die Fab in Dresden oder Magdeburg betroffen, wenn es zu Versorgungsproblemen in Japan, den USA oder Taiwan kommt. Daher sollte nicht der Fokus darauf gerichtet sein, die n&auml;chste Knappheit &shy;abzuwenden, sondern man sollte sich in allen abh&auml;ngigen &shy;Lieferketten auf die n&auml;chste Knappheit vorbereiten.<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></span></p>
<p class="p1"><span class="s3">Dazu muss die Endanwender-Lieferkette angepasst werden, also die Automotive-Lieferkette oder die Medizinger&auml;te-Lieferkette. Damit r&uuml;ckt zum Beispiel das Thema strategische Lagerhaltung in den Fokus. Aber da sieht man auch ohne Regierungs-Aktivit&auml;t schon Bewegung in den verschiedenen Anwender-Industrien. Im Automotive-Bereich gibt es zum Beispiel Initiativen wie Catena-X, die eine bessere Visibilit&auml;t und Transparenz in die Lieferkette bringen soll.</span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="p1"><span class="s1"><i>&bdquo;Marktanteil und Versorgungssicherheit haben nichts miteinander zu tun, werden politisch aber &shy;vermischt.&ldquo;<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></i></span></p>
<p>&nbsp;</p>
<p class="p2"><strong>Also muss eine resiliente Lieferkette von den Endkunden her gedacht werden?</strong></p>
<p class="p1"><span class="s3"><b>J.-P.&thinsp;K.:</b> Zu 100 Prozent. Zumal die Kapazit&auml;ten, die &shy;aktuell &uuml;berall auf der Welt neu aufgebaut werden, vor allem &shy;Cutting-Edge-Kapazit&auml;ten zur Produktion von High-End-Chips wie den F&uuml;nf-Nanometer-Chip sind. Es fehlen heute aber vor allem Chips &auml;lterer Fertigungstechnologien &ndash; 40 Nanometer und aufw&auml;rts. F&uuml;r die Foundries gibt es aber &ouml;konomisch kaum Anreize, in &auml;ltere Fertigungs-&shy;Technologien zu investieren, weil die bereits komplett &shy;abgeschrieben sind. Wenn man jetzt versucht, mit einer neu gebauten 40-Nanometer-Fab, die nicht abgeschrieben ist, im Preis zu konkurrieren, ist das nicht zu schaffen.<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></span></p>
<p class="p1"><span class="s3">Anders sieht es aus, wenn die Halbleiterkunden die Fab-Betreiber im Voraus bezahlen. Genau das macht zum Beispiel UMC: Die haben sich eine komplette 28-&shy;Nanometer-Fab von ihrem Kunden vorfinanzieren lassen. Damit hat der Kunde aber auch eine garantierte Kapazit&auml;t. Egal was am Weltmarkt passiert, er erh&auml;lt die vorab bezahlten &shy;Wafer, komme was wolle.</span></p>
<p class="p1"><span class="s3">Dadurch haben wir eine Verschiebung des Risikos. &shy;Vorher lag es beim Halbleiterhersteller. Wenn es Nachfrageschwankungen gab, wurden Bestellungen gecancelt und der Auftragsfertiger blieb auf nicht genutzter Kapazit&auml;t sitzen. Jetzt verschiebt sich das Risiko und wird durch den Auftraggeber getragen. Das kann keine Regierung durch Regulierung herbeif&uuml;hren.</span></p>
<p class="p2"><strong><span class="s3">Wird es die Industrie denn schaffen, die Lieferketten resilienter zu machen? Oder muss man doch immer wieder &shy;damit &shy;rechnen, dass es zu einer Knappheit &shy;kommen kann?</span></strong></p>
<p class="p1"><span class="s3"><b>J.-P.&thinsp;K.:</b> Wir m&uuml;ssen immer wieder damit rechnen. Auch weil es genauso wie &uuml;berall auch im Halbleiterbereich &shy;irrationales Verhalten gibt. Auch hier gab es zwischen dem ersten Quartal 2020 und dem dritten Quartal 2021 Hamsterk&auml;ufe. Das wird auch eine Regulierung nicht verhindern. Irrationales und egoistisches Verhalten am Markt wird immer zu Nachfrage-Schwankungen in der Lieferkette und damit zu Knappheiten in der Fertigung f&uuml;hren. Denn dadurch wird es immens schwer, die &shy;zuk&uuml;nftige Nachfrage zu kalkulieren und die notwendigen Investitionen in Fertigungskapazit&auml;ten f&uuml;r die Zukunft zu planen.<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></span></p>
<p class="p1"><span class="s3">Genau deswegen ist es so wichtig, den Blick zu weiten. Nat&uuml;rlich k&ouml;nnen wir viel innerhalb der Halbleiter-Lieferkette machen &ndash; sie muss gest&auml;rkt, sie muss diversifiziert werden. Aber wir m&uuml;ssen uns auch die Endanwender-Industrien anschauen und sie dazu bringen, auch ihre &shy;Lieferketten resilienter zu machen. Der Blick auf die Endanwenderindustrien und auf die Verantwortung, die sie tragen, ist essenziell, um zuk&uuml;nftige Chip-Knappheiten besser zu meistern.<span class="Apple-converted-space">&nbsp;</span></span></p>
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		<title>Neuronale Netze simulieren das Gehirn</title>
		<link>https://future-markets-magazine.com/de/markets-technology/kuenstliche-neuronale-netze/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[The Quintessence]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 07 May 2018 08:00:41 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Mit verschiedenen Ansätzen der Datenauswertung sollen Maschinen intelligent werden. Im ­Fokus steht dabei nicht nur&#8230;</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<p class="p1"><b>Mit verschiedenen Ans&auml;tzen der Datenauswertung sollen Maschinen intelligent werden. Im &shy;Fokus steht dabei nicht nur die Leistungsf&auml;higkeit, &shy;sondern immer mehr auch eine Flexibilit&auml;t, wie sie das menschliche Gehirn bietet. K&uuml;nstliche <a href="https://future-markets-magazine.com/de/encyclopedia/neuronale-netze/" target="_blank" title="Computerprogramm, das sich an der Funktionsweise biologischer Neuronen inspiriert und Aufgaben lernen kann." class="encyclopedia">neuronale Netze</a> spielen dabei eine gro&szlig;e Rolle.</b></p>
<p class="p1">K&uuml;nstliche Intelligenz ist nicht gleich K&uuml;nstliche Intelligenz &ndash; denn es existieren verschiedene Ans&auml;tze, wie die Systeme ihr Wissen abbilden: Unterschieden wird vor allem zwischen den beiden methodischen Ans&auml;tzen der neuronalen Netze und der symbolverarbeitenden K&uuml;nstlichen Intelligenz.</p>
<h2 class="p2"><span class="s1"><b>Wissen wird durch Symbole repr&auml;sentiert</b></span></h2>
<p class="p1">Klassische KI besch&auml;ftigt sich vor allem damit, eine Aufgabe logisch zu analysieren und zu planen. Diese symbolische, auch regelbasierte KI ist die urspr&uuml;ngliche, bereits <span class="s2">in den 1950er Jahren entwickelte Herangehensweise. Dabei</span> wird versucht, menschliche Intelligenz durch die Verarbeitung abstrakter Symbole und mit Hilfe formaler Logik nachzubilden. Das bedeutet, dass Fakten, Ereignisse oder Aktionen durch konkrete und eindeutige Symbole repr&auml;sentiert werden. Auf Basis dieser Symbole lassen sich dann mathematische Operationen definieren wie zum Beispiel das unter Programmierern bekannte Paradigma &bdquo;wenn X, dann Y, sonst Z&ldquo;. Das Wissen, also die Summe an Symbolen, ist in gro&szlig;en Datenbanken hinterlegt, mit denen sie ihre Inputs abgleichen. Diese Datenbanken m&uuml;ssen vorab von Menschen &bdquo;gef&uuml;ttert&ldquo; werden. Klassische Anwendungen der symbolischen KI sind zum Beispiel Textverarbeitung und Spracherkennung. Das wohl ber&uuml;hmteste Beispiel f&uuml;r symbolische KI ist DeepBlue: Der von IBM entwickelte Schachcomputer schlug 1997 mit Hilfe symbolischer KI den damaligen Schachweltmeister Garri Kasparow.</p>
<p class="p1">Die symbolische KI kann mit steigender Computer-Rechenleistung immer komplexere Probleme l&ouml;sen. Allerdings arbeitet sie nach festen Regeln &ndash; soll sich eine Maschine au&szlig;erhalb eines eng eingegrenzten Bereichs zurechtfinden, muss sie eine deutlich flexiblere KI haben, die auch mit Unsicherheiten und neuen Erfahrungen zurechtkommt.</p>
<h2 class="p2"><span class="s1"><b>Das Wissen &uuml;ber Neuronen selbstst&auml;ndig erweitern</b></span></h2>
<p class="p1">Diese Flexibilit&auml;t bieten k&uuml;nstliche <a href="https://future-markets-magazine.com/de/encyclopedia/neuronale-netze/" target="_blank" title="Computerprogramm, das sich an der Funktionsweise biologischer Neuronen inspiriert und Aufgaben lernen kann." class="encyclopedia">neuronale Netze</a>, die derzeit im Fokus der Forschung stehen. Mit ihnen wird die Funktionsweise des menschlichen Gehirns nachgebildet: Wie in der Natur bestehen k&uuml;nstliche <a href="https://future-markets-magazine.com/de/encyclopedia/neuronale-netze/" target="_blank" title="Computerprogramm, das sich an der Funktionsweise biologischer Neuronen inspiriert und Aufgaben lernen kann." class="encyclopedia">neuronale Netze</a> aus Knotenpunkten, die Neuronen oder auch Units genannt werden. Sie nehmen Informationen aus der Umwelt oder von anderen Neuronen auf und leiten sie in modifizierter Form an andere Units oder an die Umwelt (als Ergebnis) weiter. Dabei wird zwischen drei verschiedenen Arten von Units unterschieden:</p>
<p class="p1">Input-Units nehmen von der Au&szlig;enwelt verschiedene Informationen auf. Das k&ouml;nnen zum Beispiel Messdaten oder Bildinformationen sein. Die Auswertung dieser Daten, zum Beispiel dem Foto eines Tieres, erfolgt &uuml;ber mehrere Schichten von Hidden-Units. Am Ende des Prozesses geben Output-Units das Ergebnis an die Au&szlig;enwelt: &bdquo;Das Foto zeigt einen Hund.&ldquo; Die Auswertung erfolgt &uuml;ber die Kanten, &uuml;ber die die einzelnen Neuronen miteinander verbunden sind. Die St&auml;rke der Verbindung zwischen zwei Neuronen wird durch ein Gewicht ausgedr&uuml;ckt. Je gr&ouml;&szlig;er das Gewicht ist, desto gr&ouml;&szlig;er ist der Einfluss einer Unit auf eine andere Unit. Das Wissen eines neuronalen Netzes ist also in seinen Gewichten gespeichert. Lernen erfolgt in der Regel &uuml;ber eine Ver&auml;nderung des Gewichts, wie bzw. wann sich ein Gewicht ver&auml;ndert, ist in Lernregeln definiert. Bevor ein neuronales Netzwerk in der Praxis eingesetzt werden kann, muss es also zun&auml;chst mit diesen Lernregeln trainiert werden. Anschlie&szlig;end k&ouml;nnen <a href="https://future-markets-magazine.com/de/encyclopedia/neuronale-netze/" target="_blank" title="Computerprogramm, das sich an der Funktionsweise biologischer Neuronen inspiriert und Aufgaben lernen kann." class="encyclopedia">neuronale Netze</a> dann mit ihrem Lernalgorithmus selbstst&auml;ndig dazulernen und eigenst&auml;ndig wachsen &ndash; das macht neuronale K&uuml;nstliche Intelligenzen zu sehr dynamischen, anpassungsf&auml;higen Systemen, die auch Herausforderungen meistern, bei denen die symbolische KI versagt.</p>
<h2 class="p2"><span class="s1"><b>Kognitive Prozesse als Basis einer neuen KI</b></span></h2>
<p class="p1">Eine weitere neue Form der K&uuml;nstlichen Intelligenz haben Informatiker der Universit&auml;t T&uuml;bingen entwickelt: Ihr Computerprogramm &bdquo;Brain Control&ldquo; simuliert sowohl eine 2D-Welt als auch darin eigenst&auml;ndig handelnde, kooperierende und lernende virtuelle Figuren &ndash; oder Agenten. Die Simulation zielt darauf ab, moderne Theorien der Kognitionswissenschaft in ein Modell zu &uuml;berf&uuml;hren und neue Varianten K&uuml;nstlicher Intelligenz zu erforschen. Brain Control verzichtet bisher auf den Einsatz neuronaler Netze, folgt aber auch nicht dem klassischen KI-Paradigma. Die theoretische Kernidee hinter dem Programm entstammt einer kognitionspsychologischen Theorie, nach der kognitive Prozesse im Wesentlichen prognostizierbar agieren und auf sogenannten &bdquo;Events&ldquo; basiert sind. Solche Events, beispielsweise eine bestimmte Bewegung, wie das Greifen nach einem Stift, und die Verkettung von Events, wie das Zusammenpacken, wenn man Feierabend hat, bilden demnach den Grundstock der Kognition, mittels dem zielorientiert Interaktionen und Interaktionsketten mit der Welt ausgew&auml;hlt und kontrolliert werden. Diese Hypothese wird von Brain Control gespiegelt: Die Figuren planen und entscheiden, indem sie Events und ihre Verkettung simulieren und damit relativ komplexe Handlungsfolgen ausf&uuml;hren k&ouml;nnen. So k&ouml;nnen die virtuellen Figuren sogar kooperativ handeln. Zuerst bringt eine Figur eine andere auf eine Plattform, damit diese dort den Weg freimachen kann, woraufhin beide vorankommen. Die Modellierung kognitiver Systeme wie in Brain Control ist allerdings noch immer ein ambitioniertes Vorhaben, soll aber langfristig zu besserer K&uuml;nstlicher Intelligenz f&uuml;hren.</p>
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